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Wie uns Babygebärden im Alltag helfen

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Babygebärden sind ein spannendes Thema. Wozu das Ganze, mag sich der ein oder andere fragen. In simplen Worten: zur Erleichterung der Kommunikation. Babys können schon relativ früh ihre Hände koordinieren. Das beginnt beim ersten Tschüss-Winken oder dem Zeigen auf ein Objekt. Beides passiert meist im zweiten Lebenhalbjahr. Die verbale Kommunikation beginnt oft später, besonders bis es ganze, verständliche Wörter sind.

Schon ganz früh, als meine Tochter noch ein Neugeborenes war, habe ich mir gewünscht, sie könne doch einfach sagen, warum es ihr gerade nicht gut geht. Auch Monate später dachte ich immer mal wieder: Es wäre so viel leichter, wenn sie schon sprechen könnte. Ich erinnerte mich an die Worte einer Freundin. Sie erzählte von einem Baby, auf das sie ab und an aufpasste. Die Eltern hatten schon recht früh mit ein paar grundlegenden Gebärden angefangen und das Baby konnte „essen“, „trinken“ und „schlafen“ gebärden. Für sie war es eine große Hilfe und auch die Eltern schwärmten davon.

 

Zu dieser Zeit zog bei uns ein Buch über Babygebärden ein. In „Zauberhafte Babyhände“ von Kelly und Andy Malottke gibt es viele Informationen um den Sinn und sinnvollen Gebrauch von Babygebärden.
Denn eins wird klar herausgestellt: Es geht nicht um „also mein Baby kann schon Giraffe und Schmetterling gebärden“. Es geht um ein Kommunikationsangebot. Ohne Zwang und ohne Druck wird dem Baby eine Möglichkeit gezeigt, durch die es sich ausdrücken kann. Es entscheidet selbst, ob und wie viel es diese nutzen will. Dabei wird den Eltern auch erklärt, warum nicht jedes Baby gleich schnell oder gleich viel gebärdet. Es werden Vorschläge gemacht, wie man anfangen kann. Ein gutes Maß und eine gute Auswahl an Gebärden hilft dem Baby, den eigenen Vorteil daran zu erkennen.

Für mich war die erste Zeit, in der ich Gebärden lernte und benutzte, allerdings etwas frustrierend. Auch wenn ich wusste, dass es mitunter Monate dauern kann, bis ein Baby aktiv Gebärden verwendet, wäre eine Rückmeldung so schön gewesen. Um dennoch stetig am Ball zu bleiben, hatte ich überlegt, einen Babygebärden-Kurs zu machen. Das Angebot in Bremerhaven war zeitlich leider nicht passend, also ging es ohne Kurs weiter.

Als meine Tochter dann plötzlich doch anfing, viele Sachen erst nachzumachen und schließlich auf ihren Wunsch hin zu gebärden, waren es einfach nur schön. Sie konnte mir (auf Nachfragen hin) zeigen, wenn sie etwas essen oder trinken wollte. Wenn sie ein Lied oder ein Spiel nochmal machen wollte, drehte sich ihr kleiner Zeigefinger in der Luft. Später wurden Tiere und Familienmitglieder benannt. Und bei einem Familienbesuch zeigte sie mir „Hund“ und „schläft“, da der Hund der Oma eben schlief. Dass ich sie verstand und ihr über Worte und Gebärden dazu eine Rückmeldung geben konnte, ließ sie in dem Moment vor Stolz gefühlte zehn Zentimeter wachsen.

Inzwischen wird nur noch selten gebärdet, bei vielen Sachen verstehen wir uns schon über Wörter. Und bei anderen ist es umso entspannter, dass ich auch ihre Gebärden verstehe. Wenn also ihre Hand leicht geschlossen in die Höhe schnellt, als wollte sie mit Schwung anstoßen, dann ist das ihre Variante von „trinken“.

Wie sieht es bei euch aus? Benutzt ihr Gebärden und habt ihr vielleicht auch einen Babygebärdenkurs dazu besucht? Was sind die Lieblingsgebärden eurer Kinder?

2 Gedanken zu „Wie uns Babygebärden im Alltag helfen

  1. Es ist für mich immer noch total faszinierend wie viel und wie schnell ein Kind kommunizieren kann, wenn man ihm die Chance dazu gibt.
    Mir fiel es dabei schwerer die verschiedenen Gebärden zu behalten als meinem entzückenden Gegenüber, das sich sicherlich so einige Male gedacht hat „Hä, das ist ein Baum und kein Turm du Doofi!“. Gebärden nutzen, um Kindern die Möglichkeit zu geben ihre Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, aber auch einfach die Chance geben zu sagen „Guck mal was für ein toller Hund!“, ist der Wahnsinn! Ich erzähle allen Freunden und Verwandten gern davon und bin sicher, dass ich es meinen eigenen Kindern eines Tages auch anbieten werde 🙂

  2. Manchmal fehlten mir auch die Gebärden, um meiner Tochter einen Schritt voraus zu sein. Denn nur so konnte ich ihr ja auch nur die Sachen gebärden, die sie gerade neu entdeckt hat 😉

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